Wertschätzende Eltern-Kind-Kommunikation: Konflikte konstruktiv lösen

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„Wie sieht es denn hier aus? Schon wieder so ein Chaos! – Räum doch endlich mal dein Zimmer auf!“ – Diese oder ähnliche Sätze hört man häufiger mal von Eltern. Kinder reagieren darauf meistens nur mit einem empörten „Nein“. Dass die Art und Weise der Kommunikation vielleicht die Ursache für das Nein ist, kommt den Eltern dabei oft gar nicht in den Sinn. Das Kind kann sich durch solche vorwurfsvollen Formulierungen schnell angegriffen fühlen und eine Abwehrhaltung einnehmen. Das Nein bezieht sich dann nicht unbedingt auf das Aufräumen, sondern auf das Gefühl nicht wertgeschätzt oder verurteilt zu werden. Möglicherweise hätte das Kind aufgeräumt, wenn die Eltern es höflich und wertschätzend gefragt hätten.

Was ist wertschätzende Kommunikation?

„Wertschätzende Kommunikation“ baut auf dem Konzept der „Gewaltfreien Kommunikation (GFK)“ von Marshall B. Rosenberg auf. Es geht darum, wie wir kommunizieren und zuhören. Aus unüberlegten, automatischen Reaktionen sollen bewusste Antworten werden. Das Ziel ist es, sich klar und ehrlich auszudrücken und gleichzeitig empathisch und respektvoll zuzuhören. Rosenberg bezeichnet diese Art der Kommunikation als Giraffensprache. Die Giraffe ist als Sinnbild gemeint und steht mit ihrem großen Herzen für verständige Einfühlsamkeit und Wertschätzung. Mit ihrem langen Hals behält sie in komplexen Situationen den Überblick.

Laut Rosenberg wird das Verhalten des Gesprächspartners durch folgende vier Komponenten bestimmt:

1. Achtsames Beobachten

Um sich bewusst und klar Ausdrücken zu können, ist es wesentlich die Situation zunächst achtsam wahrzunehmen und zu beschreiben. Es handelt sich also um die reine Beobachtung der Situation ohne sie zu bewerten oder zu beurteilen.

2. Gefühle Benennen und Kommunizieren

Daraufhin sollten eigene Gefühle reflektiert, benannt und ausgesprochen werden. Dabei ist es wichtig, Wörter zu verwenden, die Gefühle tatsächlich ausdrücken. Zum Beispiel „Ich fühle mich traurig, weil ….“

3. Bedürfnisse hinterfragen und mitteilen

Gefühle werden durch Bedürfnisse, Wünsche und Erwartungen hervorgerufen und nicht durch das Verhalten einer anderen Person. Das zeigt folgendes Beispiel: Anna ist mit Lukas zum Eis-Essen verabredet. Als Anna bereits vor der Eisdiele auf Lukas wartet, erhält sie die Nachricht, dass Lukas sich um zwei Stunden verspätet. Anna könnte jetzt verletzt sein, weil sie die Bestätigung braucht, wichtig zu sein. Ebenso könnte sie auch frustriert sein, weil sie das Bedürfnis hat, ihre Zeit sinnvoll zu nutzen und nun zwei Stunden überbrücken muss. Andererseits könnte sie aber auch dankbar für die Verspätung sein, weil sie das Bedürfnis nach Ruhe hat und diese Zeit für einen Spaziergang durch den Park nutzen kann. Es ist also wichtig zu hinterfragen, welche Bedürfnisse hinter unseren Gefühlen stehen und diese dem Gegenüber mitzuteilen.

4. Bitten

Es geht darum, auszudrücken, was wir vom Gegenüber erwarten und brauchen. Die Bitten sollten immer positiv formuliert sein. Den Gesprächspartner sollte man dabei aber nicht unter Druck setzen, sondern nur um etwas bitten. Die Person, soll frei entscheiden können, wie sie darauf reagieren möchte. Mit einer negativen Antwort muss natürlich auch gerechnet werden. Das bedeutet aber nicht, dass man sein eigenes Anliegen damit aufgibt. Vielmehr sollte man die Gründe, die den Gesprächspartner von einer positiven Antwort abhalten, empathisch erfragen und versuchen sie zu akzeptieren oder einen Kompromiss zu finden.

Gerade in Konfliktsituationen, kann wertschätzende Kommunikation helfen, Anliegen so zu formulieren, dass sich das Kind nicht verletzt oder angegriffen fühlt. So kann auf sachlicher Ebene eine Lösung gefunden werden, die sowohl für das Kind als auch für die Eltern zufriedenstellend ist.

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