Vergesslichkeit durch Stress: Ursachen und was Sie dagegen tun können

Stress | Gedächtnis | Training

Chronischer Stress wirkt sich negativ auf unsere psychische und physische Gesundheit aus. Das ist längst bekannt. Neue Studien zeigen, dass darüber hinaus auch die Gehirnleistung beeinträchtigt werden kann. Sogar das Risiko im Alter an Demenz und Alzheimer zu erkranken, kann durch Stress erhöht werden und den Krankheitsverlauf beschleunigen.

Es ist wichtig zwischen gesundem Eustress und ungesundem Disstress zu unterscheiden. Eustress ist der sogenannte gute und anregende Stress, der unsere Leistungsfähigkeit steigert. Er kann gut bewältigt werden. Disstress hingegen ist der langandauernde und starke Stress, welcher negativen Einfluss aus unsere Gesundheit, Leistungsfähigkeit, Produktivität und Kreativität hat.

Warum wirkt sich Stress auf unsere Gehirnleistung aus?

Das hat mehrere Gründe. In erster Linie greift das Stresshormon Cortisol unsere Nervenzellen an. Das kann langfristig zu anatomischen und physiologischen Veränderungen im Gehirn führen. Wenn der Hippocampus davon betroffen ist, kann dies zudem zu einer Minderung der Gedächtnisleistung führen. Denn der Hippocampus ist eine Region im Gehirn, die hauptsächlich für das Kurzzeitgedächtnis sowie die Konzentrationsfähigkeit verantwortlich ist. Außerdem hat dieser Teil des Hirns eine Art Filterfunktion. Wichtige und unwichtige Sinneswahrnehmungen werden hier sortiert. Eine Veränderung im Hippocampus führt deshalb zu Vergesslichkeit und Zerstreutheit. Problematisch ist vor allem, dass Nervenzellen im Gegensatz zu Körperzellen nicht nachgebildet werden können.

Ein weiterer Grund liegt ist im erhöhten Depressions-Risiko. Mit einer andauernden Stressbelastung steigt das Risiko an einer Depression zu erkranken. Viele Symptome einer Depression ähneln den Symptomen einer Demenz. Darunter fallen zum Beispiel Desorientiertheit und Konzentrationsstörungen. Studien belegen außerdem, dass eine Depression auch eine Altersdemenz und Alzheimererkrankung früher auslösen kann. Zudem führt Stress zu einer Beschleunigung des Alterungsprozesses. Dies geht wiederum mit einer beschleunigten Abnahme der Gehirnleistung einher.

Dennoch besteht Hoffnung!

Mit einem Gedächtnistraining können Sie den Auswirkungen von Stress auf unsere Gehirnleistung entgegenwirken. Möglich ist das durch die Neuroplastizität unseres Hirns. Neuroplastizität beschreibt die Eigenschaft von Synapsen, Nervenzellen und auch ganzen Hirnarealen, sich abhängig von ihrer Verwendung zu verändern. Das funktionier sogar bis ins hohe Lebensalter.

So können Sie Ihr Gehirn im Alltag trainieren:

  1. Neues Lernen: Ob Sportart, Sprache oder Musikinstrument – Neues zu lernen bedeutet immer, dass neue Hirnzellen aktiviert und die Verbindungen zwischen den Nerven (Synapsen) leistungsstärker werden.
  2. Routinen durchbrechen: Zum Beispiel einen anderen Weg zur Arbeit nehmen, die Zähne mit der anderen Hand putzen oder die Zeitung verkehrtherum lesen. Diese kleinen Veränderungen in unseren täglichen Routinen sind echte Herausforderungen für unser Gehirn.
  3. Kopfrechnen: Greifen Sie nicht immer gleich zum Taschenrechner, versuchen Sie immer erst die Rechenaufgabe im Kopf zu lösen. Auch während des Einkaufens können Sie ihr Gedächtnis trainieren. Auf dem Weg zur Kasse können Sie beispielsweise Ihren Einkauf im Kopf zusammenrechnen. Ob Sie richtig gerechnet haben erfahren Sie dann direkt an der Kasse.

Das allerwichtigste beim Trainieren des Gehirns ist aber die Freude daran. Wenn Sie Spaß haben und sich wohlfühlen, wird nämlich Dopamin freigesetzt. Dopamin ist ein Neurotransmitter, der für die Weiterleitung der elektrochemischen Impulse in den Nervenzellen wichtig ist. Das bedeutet, dass das Gehirntraining dann besonders gut funktioniert!

Quellen:

https://www.zeit.de/karriere/2012-08/stress-gesundheit-gehirnleistung/seite-2

https://www.gesundheitswissen.de/neurologie/gedaechtnistraining/

https://www.spiegel.de/thema/gedaechtnistraining/

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