Systemisches Denken

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Systemisches Denken beschreibt die Fähigkeit, ein bestimmtes, aus mehreren Teilen zusammengesetztes und voneinander abhängiges System (griechisch sýstēma) als ganzes zu betrachten und Handlungen auf die gegenseitigen Auswirkungen und Wechselwirkungen abzustimmen bzw. diese zu beachten.

Am Beispiel einer Familie erklärt bedeutet Systemisches Denken: Nicht nur der Klient nimmt an den Sitzungen teil. Sondern der Coach sucht auch Kontakt zu allen Beteiligten Familienmitgliedern (Partner, Kinder, Eltern, Geschwister, Schwiegereltern) und Beteiligten (Freunde, Bekannte, Arbeitskollegen), sofern diese von der zu behandelnden Situation betroffen sind. Außerdem ist der Systemische Coach derjenige, der auch bei einem komplexen Sozialgefüge den Überblick behält.

Aber auch Firmen profitieren von Systemischen Coaching. Beliebte Situationen für das systemische Coaching sind zum Beispiel Veränderungsprozesse in einer Abteilung. Hier müssen Prozesse, Kompetenzen und Schnittstellen meist neu aufgestellt und angepasst werden. Hinzu kommen verschiedene Zielgruppen innerhalb und außerhalb des Unternehmens, die im Rahmen eines begleitenden Systemischen Coachings involviert werden sollten – z.B. Mitarbeiter, Führungskräfte, Geschäftsführung, Lieferanten, Kunden. Kommt ein Systemischer Coach in Unternehmen zum Einsatz, betrachtet er oder sie nicht nur die Einzelteile des Systems (analytisches Denken), sondern geht auf die Verbindungen und Wirkungen der Einzelteile untereinander ein.

Systemisches Denken ist eine beliebte Methode, die bei verschiedenen Berufsgruppen zur Anwendung kommt:

  • Psychologen,
  • Berater,
  • Interne Coaches und Trainer,
  • Pädagogen.

Systemische Coaches und Systemisches Denken setzt man ein, wenn Situationen und Konflikte aufgelöst werden sollen oder wenn komplexe Veränderungsprozesse anstehen.

Methoden des Systemischen Coachings und des Systemischen Denkens

Grundsatz aller Methoden des Systemischen Coachings ist eine kooperative Arbeitsweise und Wertschätzung und der unbedingte Blick auf “das Ganze”. Systemische Coaches verzetteln sich nicht in Kleinigkeiten, sondern entzerren diese, analysieren sie neutral und begleiten Klienten bei optimierten Veränderungsprozessen.

Systemische Aufstellungen

Eine Praxis der systemischen Beratung sind systemische Aufstellungen, die häufig auch als Familienaustellungen umgesetzt werden. Bei solchen Aufstellungen werden Personen als Stellvertreter für Mitglieder des Systems im Raum so angeordnet und aufgestellt, dass die Beziehungen dieser räumlich sichtbar werden. Wichtig sind hierbei Orte, Distanzen und Haltungen der Stellvertreter.

Externalisierung

Durch die Wiedergabe eines internen oder externen Konfliktes baut sich Distanz zur Situation auf. Dadurch können Muster der Beschreibungen zerstört und neue Sichtweisen etabliert werden.

Reflektierendes Team

Im Coaching beobachtet ein externes Team ein Gespräch (Beobachtungsteam). Im Gespräch wird das beobachtete Team mehrmals unterbrochen und kann beobachten, wie sich das Beobachtungsteam über das Gespräch unterhält.

Dies sind nur drei von dutzenden Methoden, die, angepasst an die jeweilige Situation, während des Coachings eingesetzt werden können.

Interner oder Externer Systemische Coach?

Soll systemisches Coaching im Unternehmen eingesetzt werden, stellt sich für viele Verantwortliche die Frage: Soll ich einen internen oder externen Coach engagieren?

Beide Optionen haben Ihre Vor – und Nachteile. Sicherlich mag es für einzelne Projekte sinnvoll erscheinen, Systemische Coaches für einen bestimmten Zeitraum zu engagieren. Allerdings stehen Unternehmen heute immer wieder vor Situationen, in denen eine Anpassung notwendig ist – die Digitalisierung und die Veränderung der Arbeitskultur sind da nur zwei Beispiele.

Vorteile eines internen Systemischen Coaches: 

Interne Coaches…

  • …kennen Prozesse, Strukturen und Zuständigkeiten vorab
  • …haben meist ein ausgeprägtes internes Beziehungsnetzwerk und ein hohes Maß an Vertrautheit in der Belegschaft
  • …sind schneller und planbarer verfügbar (Auftragssicherheit)

Vorteile eines externen Systemischen Coaches:

  • Externe Coaches können Unternehmenskultur, Unternehmensziele und Situationen als “Fremder” von außen beurteilen
  • Externe Systemische Coaches kann man kurzfristig und projektbasiert engagieren

Ausbildung zum Systemischen Coach

Eine fundierte Ausbildung ist die Grundlage für die Arbeit als Systemischer Coach. In unserer Ausbildung zum Systemischen Coach lernen Sie, effektiv und lösungsorientiert Veränderungen anzustoßen und zweckdienliche Prozesse zu begleiten und zu steuern. Außerdem werden im Kurs in interaktiver Einzel -und Gruppenarbeit Grundlagen gelehrt und in praktischen Übungen angewandt. Nach der Ausbildung können Sie systemisches Coaching als selbstständiger oder festangestellter Coach z.B. in Firmen, Verbänden und öffentlichen Stellen anbieten und durchführen.

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