Superfoods – Wunderlebensmittel oder Marketingbegriff?

Ernährung | Superfoods | Auswirkungen

Quinoa, Chiasamen, Matcha, Guarana… – Die Liste der sogenannten Superfoods ist lang und jedes Jahr erscheinen neue im Supermarktregal. Ihnen wird ein besonders hoher Nährstoffgehalt und eine Vielzahl an gesundheitsfördernden Eigenschaften zugeschrieben. Sie sollen verschiedenen Krankheiten vorbeugen, schlank, schön und besonders fit machen. Doch sind sie wirklich so super?

 

Was sind Superfoods?

Bislang gibt es noch keine offizielle Definition. Meistens handelt es sich um exotische Früchte, Nüsse oder Getreidesorten mit erhöhtem Vitamin-bzw. Mineralstoffgehalt. Auf dem Markt sind sie selten frisch, sondern meist getrocknet, als Extrakt oder Pulver zu finden.

 

Wie super sind Superfoods?

In erster Linie ist anzumerken, dass ein gesundheitlicher Vorteil im Vergleich zu heimischen Lebensmitteln oft nicht vorhanden ist. Leinsamen sind zum Beispiel eine gute Alternative zu Chia-Samen. Sie enthalten ebenso Omega-3-Fettsäuren und Ballaststoffe. Hinzu kommt, dass die Superfoods oft mit Schadstoffen belastet sind und sehr teuer im Vergleich zu heimischen Produkten. Außerdem können exotische Lebensmittel Allergien bzw. Überempfindlichkeitsreaktionen auslösen.

Auch die Verbraucherzentrale warnt vor dem Konsum dieser Lebensmittel. Die vielversprechende Wirkung ist nicht immer nachgewiesen. Die exotischen Produkte sind meist stark verarbeitet und die Transportwege lang. So wird beispielsweise die Acai-Beere, die ausschließlich in Brasilien heimisch ist, für den Transport zuerst gefriergetrocknet und dann gemahlen. Damit geht sicherlich auch ein Verlust der hochgelobten Inhaltsstoffe einher. Neben den fehlenden gesundheitlichen Vorteilen und den negativen Auswirkungen auf die Umwelt wirkt sich die steigende Nachfrage auch auf die Gesellschaft in den Anbauländern aus.

Primär ist „Superfood“ also nur ein Marketingbegriff, wie die folgende Grafik von Statista gut veranschaulicht:

 

Superfoods – Wunderlebensmittel oder Marketingbegriff?

 

Der Umsatz mit Chiasamen hat sich in Deutschland von 2015 bis 2016 fast verdoppelt (von 12 Millionen auf über 23 Millionen). Auch die anderen Lebensmittel zeigen einen enormen Umsatzanstieg.

 

Alternativen

Auch in heimischen Gärten wachsen “Superfoods”. Statt der Acai-Beere können dunkle Beeren sowie Kirschen, rote Weintrauben oder Rotkohl gegessen werden. Diese punkten mit einem ebenfalls hohen Gehalt an antioxidativ wirkenden Stoffen.
Außerdem sind Zwiebelgewächse, wie Porree, Schnittlauch oder Knoblauch, alle Kohlarten und Rettiche sehr gesund. Des Weiteren sind ebenso Hülsen- und Zitrusfrüchte, native Pflanzenöle sowie Kerne, Nüsse, Kartoffeln und Getreide besonders reich an sekundären Pflanzenstoffen.

 

 

 

Wenn wir Ihr Interesse geweckt haben und Sie mehr über Ernährungsmythen und gesunde Ernährung erfahren möchten, legen wir Ihnen die Ausbildung zum Ernährungsberater ans Herz. Melden Sie sich an und vertiefen Sie Ihr eigenes Wissen. Außerdem erlangen Sie gleichzeitig die Fähigkeit, anderen Personen als Ernährungsberater zur Seite zu stehen.

 

 

Quellen (04.09.2018):

https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/der-hype-um-superfoods-wirklich-super-oder-einfach-ein-lohnendes-geschaeft/12075076.html

https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/superfood-hype-um-fruechte-und-samen-12292

https://de.statista.com/infografik/10823/umsatz-mit-superfoods-im-deutschen-lebensmitteleinzelhandel/

Gastbeitrag schreiben
Unterstützen Sie unseren Blog