Digital Detox – Das Leben wieder leben.

Definition | Online | Offline | Smartphone

Digital Detox – Das Leben wieder leben.

Zeit. Jeder kennt sie, jeder empfindet sie. Manchmal vergeht sie langsam und manchmal sehr schnell. In unserer heutigen „Zeit“ ist häufig die Rede von Beschleunigung und dass die Zeit im Gesamten immer mehr an Tempo zunehme. Gleichzeitig verbunden mit dem stärker werdenden Wunsch dieser Schnelligkeit entgegenzuwirken. Nicht nur zu funktionieren, sondern das Leben einmal wieder richtig zu fühlen.

Einen großen Einfluss auf dieses Gefühl der Schnelllebigkeit hat unter anderem die Technisierung. Wir verbringen immer mehr Zeit an unseren Smartphones und nehmen die Welt, die um uns herum weiterläuft manchmal gar nicht mehr wahr und wundern uns dann am Ende, wo das „echte Leben“ hin ist.

Eine Möglichkeit das Leben wieder aufmerksamer wahrzunehmen und zu leben ist „Digital Detox“. Was genau es damit auf sich hat, werden wir vom MIFW Ihnen in diesem Artikel genauer erläutern.

 

Inhaltsverzeichnis:
Was ist „Digital Detox“?
Nachteile Nutzung digitaler Anwendungen
Wie funktioniert „Digital Detox“?
Fazit

 

Was ist „Digital Detox“?

Für diesen Ausdruck gibt es nicht „die“ eine Definition. Im Allgemeinen lässt er sich ins Deutsche übersetzen mit der Bezeichnung „digitale Entgiftung“. Es geht also darum, sich für eine gewisse Zeitspanne von der digitalen Welt abzukapseln. Und stattdessen wieder mehr in das analoge Leben einzutauchen. Also einfach mal „offline zu gehen“.

Besonders in Bezug auf die Entwicklungen der Verwendung unseres Smartphones der letzen Jahre nahm der Begriff „Digital Detox“ eine immer größere Bedeutung ein. Smartphone und Co. werden immer präsenter in unseren Leben und machen einen immer größeren Teil aus. Es gibt sowohl viele positive Aspekte, die durch die Erfindung solcher Geräte zustande gekommen sind, doch gibt es auch einige Entwicklungen, die zum Denken und Hinterfragen anregen sollten.

Letztendlich macht vermutlich die Dosis das Gift. Es muss nicht unbedingt darum gehen, vollständig auf digitale Geräte zu verzichten, sondern letztendlich geht es um das Erlernen eines gesunden Umgangs damit.

 

 

Nachteile Nutzung digitaler Anwendungen

Die Geräte der modernen Zeit sind nicht grundlegend schlecht. Es gibt viele Vorteile, die dadurch entstehen. Sei es der meist unkomplizierte Kontakt zu Freunden und Familie auch über eine gewisse physische Distanz. Man erlangt bessere Teilhabe am Leben der anderen, auch wenn man nicht die Möglichkeit hat sich persönlich zu begegnen. Außerdem sind weitere Dinge, wie bspw. das Buchen eines Zugtickets oder das Schauen nach dem Wetter zugänglicher und schneller aufzurufen. Dies soll uns die Möglichkeit geben Zeit zu „sparen“ und mehr Zeit für die Dinge zu haben, für die wir unsere Zeit wirklich gerne nutzen wollen. Doch tun wir das auch? Oder nutzen wir die dadurch gewonnene Zeit nicht heutzutage viel mehr dafür, weitere Zeit am Handy zu verbringen? Durch Instagram, Facebook und Co. zu scrollen?

Dies muss gar nicht unbedingt bewusst geschehen, sondern passiert häufig ganz unbewusst. Ging es Ihnen nicht auch schon einmal so, dass Sie nur kurz etwas auf Ihrem Smartphone nachschauen wollten und zack! – schon wieder eine Stunde vergangen?
Wann haben Sie das letzte Mal an der Haltestelle Ihres Busses gestanden und waren wirklich dort? Haben das Leben und die Menschen um sich herum wirklich wahrgenommen? Und waren nicht mit Ihrem Handy beschäftigt? Wir sind immer mehr darauf getrimmt bloß nicht nichtstuend herum zu stehen. Was denken denn bloß die anderen Menschen, wenn man einfach überhaupt gar nichts tut außer in die Gegend zu schauen? Dabei ist das Nichtstun so wichtig. Wir brauchen Zeit, um einfach mal abzuschalten. Nichtstun ist nicht einfach Zeit, in der man nichts tut, sondern Zeit, in der der Körper regenieren kann.

Hinzu kommt, dass nicht nur wir selbst uns immer mehr ablenken, sondern dass wir auch passiv immer mehr abgelenkt werden. Sei es durch die ständige Erreichbarkeit, die uns umgibt. Zu jeder Zeit empfangen und lesen wir Nachrichten, die auf unserem aufleuchtenden Display angezeigt werden oder wir werden sogar während des Abendessens mit der Familie noch vom Chef kontaktiert.

Aber ist dieses dauerhafte „online“, erreichbar und abgelenkt sein wirklich gesund?

 

 

Teilweise kann übermäßiger Smartphone-Konsum tatsächlich zu Beeinträchtigungen führen:

  • Nackenverspannungen durch ständiges nach unten Schauen
  • Kopfschmerzen
  • Gefühl von Einsamkeit
  • Konzentrationsstörungen
  • Schlafstörungen
  • Gefühl von immer mehr Beschleunigung

 

Wie funktioniert „Digital Detox“?

Auch hierfür gibt es nicht die einzig wahre Anleitung. Es gibt verschiedene Wege und Möglichkeiten der „Entgiftung“. Letztendlich muss jeder für sich individuell entscheiden, wie viel Verzicht gewollt ist. Im Folgenden sind dennoch einige Ansätze und Ideen aufgelistet:

Feste Smartphone-freie Zeiten:

Legen Sie sich einen bestimmten Zeitrahmen am Tag fest, in welchem Sie Ihr Smartphone (oder selbstverständlich alle weiteren digtialen Geräte) vollständig beiseite legen. Sei es bspw. dass Sie Ihr Smartphone zwei Stunden vor dem Schlafengehen bereits nicht mehr Nutzen.

Feste Smartphone-Nutzungszeiten:

Eine andere Möglichkeit ist, dass Sie sich keine festen Zeiten setzen, in denen Sie Ihr Smartphone nicht nutzen, sondern ganz im Gegenteil: Sie überlegen sich feste Zeiten, in denen Sie sich bewusst dazu entscheiden an Ihr Smartphone zu gehen und Nachrichten, die Sie bekommen haben etc., zu beantworten.

Orte frei von digitalen Geräten:

Schaffen Sie sich Orte, wie bspw. Ihr Bett, an denen Sie Ihr Smartphone nicht nutzen. Dies kann sich in Bezug auf Ihr Schlafzimmer erheblich positiv auf Ihr Schlafverhalten auswirken, da zum Beispiel das Smartphone dort sowohl physisch räumlich und somit auch gedanklich räumlich keinen Platz mehr hat.

Fester Zeitrahmen mit vollständigem Verzicht:

Natürlich können Sie auch die radikale Variante wählen und Ihre digitalen Geräte einmal vollständig ausschalten und bspw. für eine komplett auf diese verzichten.

Smartphone-„Verbot“ bei Treffen mit Freunden:

Warum sieht man heutzutage so häufig Freunde einander gegenüber sitzen, beide starrend auf Ihr Smartphone, anstatt sich zu unterhalten? Wir sind einfach nur noch selten dort, wo wir gerade wirklich sind. Treffen wir uns gerade mit Freunden, sitzen wir doch am Smartphone und antworten vielleicht anderen Freunden. Sind wir dann bei den anderen Freunden, antworten wir der Freundin, der wir eigentlich gerade gegenüber saßen. Warum? Wir haben durch das Smartphone die Möglichkeit in die verschiedensten Welten einzutauchen und überall zu sein. Doch fühlen wir doch dann all diese Welten nur zu einem kleinen Teil und keine mehr „richtig“. Immer alles jetzt und gleichzeitig. Überwältigt von all den Gedanken und Gefühlen, die dadurch gleichzeitig auf uns einprasseln und uns gar nicht mehr die Möglichkeit geben ein Gefühl vollkommen auszukosten. Doch ist es doch das, was uns lebendig fühlen lässt – unser Gefühl. Vielleicht sollten wir lernen uns wieder mehr auf eine Sache zu fokussieren und können dadurch den einzelnen Moment wieder viel intensiver erleben und erfahren.

 

 

Fazit

Digitale Geräte haben Ihre Berechtigung und bereichern unser Leben. Und doch geben sie uns auch das Gefühl, dass unsere Welt immer schneller wird, dass die Zeit, die uns gegeben ist, immer schneller vergeht. Wir haben einfachen und schnellen Zugriff auf so unglaublich viele Dinge gleichzeitig. Und aus Angst etwas zu verpassen, wollen wir auch alles gleichzeitig. Ohne zu bemerken, dass wir dadurch vielleicht manchmal gar nichts mehr haben. Manchmal muss man sich entscheiden und kann diese eine Sache, für die man sich dann entschieden hat, auf die man sich konzentriert, wirklich genießen. So ist es auch mit der Entscheidung für ein „Digital Detox“. Entscheiden Sie sich bewusst dafür dies einfach mal zu probieren und nutzen Sie die dadurch gewonnene Zeit vielleicht auch einfach einmal dazu sich ganz bewusst zu entspannen und einfach mal nichts zu tun.

Es gibt so viele schöne Dinge, die wir im Leben verpassen, wenn wir unachtsam mit uns und unserem Verhalten umgehen.

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