Der Bürohund

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Wenige Menschen wollen Ihren pelzigen Begleiter den ganzen Tag alleine zuhause lassen, während sie selbst von morgens bis abends auf der Arbeit sitzen. Die einfachste Lösung dafür wäre, den Hund einfach ins Büro mitzubringen. In vielen deutschen Firmen ist ein Bürohund bereits möglich!
Hier erfahren Sie, wie ein gewöhnlicher Arbeitstag in Ihrer Firma ablaufen könnte, wenn Ihr Arbeitsplatz Bürohunde erlauben würde. Zudem erfahren Sie welche positiven Auswirkungen Bürohunde auf die psychische und körperliche Gesundheit haben.

Der Morgen

Der Wecker klingelt und Ihre Morgenroutine beginnt. Aufstehen, fertigmachen und frühstücken. Vielleicht lesen Sie ja beim Essen noch Zeitung oder hören in Ruhe Radio bis sie merken, dass Sie losmüssen. Schnell noch etwas zu trinken in die Tasche packen und nicht die Leckerli-Tüte vergessen. So geht es erstmal zur Arbeit.

Nachdem Sie ins Büro kommen werden Sie zu aller erst von Balu begrüßt. Der schwarze Labrador steht vor Freude mit dem Schwanz wedelnd im Gang und wartet darauf, dass Sie ihn streicheln und begrüßen. Wenn Sie sich dafür entscheiden, folgt er ihnen glücklich zu Ihrem Arbeitsplatz und bleibt noch ein Weilchen bei Ihnen sitzen. Wenn nicht, dann legt er sich wieder zu Ihren Kollegen oder zu Frauchen. Ihre Kollegin Tina bringt ihren Hund schon seit ein paar Monaten mit und mittlerweile ist Balu für alle zum festen Mitarbeiter Ihrer Abteilung geworden.

Nach dem ersten Kaffee machen Sie sich an die Arbeit. Hin und wieder schaut Balu bei Ihnen vorbei, aber meistens liegt er in seiner Ecke. Im hinteren Teil des Büros gibt es eine Decke und etwas Spielzeug. Dort befindet sich auch Balus Futter- und Wassernapf. In dieser Ecke hat er alles, was er benötigt und braucht niemanden zu stören, um nach etwas zu betteln. Manchmal liegt er auch einfach da und schläft. Wenn er träumt und er mit den Beinen strampelt, bringt das ihre Kollegen oft zum Lachen. Im Allgemeinen lockert Balu den Arbeitsalltag immer wieder auf und regt zu Gesprächen an.

Der morgen schreitet voran und die Kaffeemaschine rackert genau so hart wie Sie. Sie legen den Hörer auf und atmen einmal tief durch, denn manchmal ist ein einfaches Telefonat so anstrengend wie ein ganzer Arbeitstag. Um sich eine kurze Pause zu gönnen statten Sie der Kaffeemaschine einen Besuch ab. Diese arbeitet gerade an der nächsten Kanne und Sie beschließen die fünf Minuten auf die Maschine zu warten.
In der Zwischenzeit ist der Bürohund wieder wach und macht seine Runde durchs Büro. Als Sie ihn rufen kommt er freudig angelaufen und lässt sich ausgiebig streicheln. Das tut nicht nur Balu, sondern auch Ihnen selbst gut. Es wurde wissenschaftlich nachgewiesen, dass das Streicheln von Tieren den Blutdruck senkt und dabei vom Gehirn Glückshormone ausstoßen werden. Dies wird Ihnen in diesem Moment jedoch nicht durch den Kopf gehen. Für Sie ist es eine nette Abwechslung zur alltäglichen Büroarbeit und lässt Sie von ihrem unangenehmen Telefonat ablenken. Die fünf Minuten Wartezeit gehen dadurch viel schneller um, als Sie gedacht hätten.

Mittag

Nach ein paar weiteren Anrufen und etwas Arbeit knurrt auch schon der Magen und es ist Zeit für die Mittagspause. Bei dem schönen Wetter in letzter Zeit haben Sie keine Lust in der überfüllte Kantine zu sitzen. Deshalb schließen Sie sich Tina an, die ihre Mittagspause für gewöhnlich mit Gassi gehen und einem Sandwich To Go verbringt. Vor der Firma treffen Sie beide auf einen Kollegen aus einer anderen Abteilung, der ebenfalls seinen Hund zur Arbeit mitgebracht hat. Tina kennt ihn, denn er hat erst seit kurzem seinen Golden Retriever und geht auf dieselbe Hundeschule. Da er und Balu sich vertragen beschließen Sie zu dritt spazieren zu gehen.

Beim Spaziergang reden Sie über die Arbeit und über Balu und den jungen Golden Retriever namens Conner. Ihr Kollege erzählt, dass er Conner erst seit einer Woche zur Arbeit mitnehmen kann. Er hatte vor zwei Monaten den ersten Versuch gewagt, aber Conner war noch nicht an viele Menschen gewöhnt und störte die Kollegen beim Arbeiten. Durch die Hundeschule lernte er den Umgang mit vielen Menschen auf engem Raum und jetzt liefe die zweite Testphase.

In der Firma angekommen geht es weiter mit der Arbeit. Während Sie genug Energie haben, um weiterzuarbeiten scheint der Bürohund k.o. zu sein. Er legt sich auf seine Decke und strampelt im Schlaf mit seinen Beinchen.

Nachmittag

Als nächstes steht ein Meeting an. An der Tagesordnung erkennen Sie sofort, dass Sie so schnell nicht wieder an Ihren Platz kommen. Nach einer Stunde lässt die Konzentration im Raum langsam nach. Die Tür zum Konferenzraum ist nur angelehnt, damit Balu jederzeit reinkommen kann. Als er dann in den Raum hineinschaut, wird er freudig zum Tisch gerufen und schaut bei jedem einmal vorbei. Balu hebt schnell die Laune und das Meeting geht weiter. Was genau besprochen wird hängt von Ihnen ab. Vielleicht kommen Sie auf die Idee, dass Balu als Bürohund bei der nächsten Werbekampagne gezeigt werden könnte. Die Tatsache, dass die Mitarbeiter ihre Hunde zur Arbeit mitbringen können gibt bei vielen potentiellen Bewerbern Pluspunkte!

Endlich ist das Meeting vorbei. Lange ist es nicht mehr bis zum Feierabend. Ein Dokument oder diese Email von heute Morgen muss noch bearbeitet werden. Zwischendurch wird auch Balu etwas unruhiger, denn er möchte jetzt spielen und steht mit großen Hundeaugen vor Ihrem Schreibtisch. Da Sie leider keine Zeit haben, bieten Sie ihm ein paar Leckerli als Alternative, die er dankend annimmt.

Ein Bürohund ist kein Spielzeug. Man kann nicht mit ihm spielen wann man möchte und ihn dann ignorieren oder erwarten, dass er den ganzen Tag nur schläft. Sie sind sich im Klaren, dass man sich mit ihm beschäftigen und sich um ihn kümmern muss. Das wissen auch Ihre Kollegen, denn mit einem Bürohund nehmen alle Mitarbeiter der Firma einen Teil der Verantwortung für das Tier auf sich.

Die Tatsache, einen Bürohunde überhaupt in Ihrer Firma einzuführen, benötigt viel Planung. Das Projekt musste nicht nur mit dem Chef, sondern auch mit allen Mitarbeitern abgeklärt werden. Schließlich soll sich niemand unwohl fühlen, weil er vor Hunden Angst hat oder auf sie allergisch reagiert. Außerdem können die vielen Hundehaare zum Problem werden. Dies bedarf zusätzlicher Reinigung.

Abend

Dann ist es endlich soweit: der Feierabend ist da! Sie unterhalten sich noch etwas mit Ihren Kollegen und packen dann Ihre Tasche. Sie bemerken, dass Tina noch weiterarbeitet, da sie eine Deadline zur Abgabe für ein Projekt einhalten muss. Da sie Balu bei sich im Büro hat, kann sie auch abends hin und wieder ohne Sorgen um den Hund Überstunden machen. Sie streicheln Balu nochmal den Kopf und verabschieden sich von Tina.

Vor der Firma treffen Sie nochmals auf den Kollegen, den Sie in der Mittagspause begleitet hatten. Nach etwas Small Talk stellen sie beide fest, dass sie ein Stück zusammen heimlaufen können. Sie machen sich gemeinsam und mit Conner im Schlepptau auf den Heimweg und genießen den restlichen Abend.

Bürohunde als Unterstützung für die Gesundheit

Nachdem Sie ein Beispiel für einen Tagesablauf mit Hund im Büro verfolgen konnten, ergeben sich einige positive Punkte für einen Bürohund. Darunter zählt zum einen eine entspanntere Atmosphäre. Hunde reagieren sehr sensibel auf Stress oder Aufregung und wirken in angespannten Situationen wie ein Mediator. Durch das Streicheln wird die Produktion von Oxytocin, das Kuschelhormon im menschlichen Organismus freigesetzt. Es reguliert den Blutdruck und den Cortisolspiegel, das stressauslösende Hormon. So verbessert ein Hund indirekt die psychische und körperliche Gesundheit. Des Weiteren konnte festgestellt werden, dass Hunde im Büro einen positiven Einfluss auf das Engagement, die Motivation, die Loyalität, die Kreativität und das allgemeine Wohlbefinden der Mitarbeiter hat.

Damit die Vorteile eines Bürohundes auch für alle im Büro gegeben sind, ist eine gute Organisation und Absprache wichtig. So müssen Allergien und Angststörungen der Kollegen berücksichtig werden. Außerdem ist eine gute Planung notwendig, sodass Kundentermine oder Auswärtseinsätze möglich sind. Am wichtigsten ist jedoch, dass der Hund eine gute Erziehung genossen hat und klare Regel im Büro einhalten kann. Sonst führt ein Hund im Büro sehr schnell zu Unmut und schlechter Stimmung.


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